Bad Homburg wird zum Immobilien-Spekulanten

Elke Barth  von der SPD-Fraktion hat es zum Erstaunen der AfD-Fraktion in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung als ein „gutes Werk“ bezeichnet, die maroden Wohnungen des Hochtaunuskreises in den Liegenschaften  Im Lech 9-11 zu kaufen.

Diejenigen, die das „gute Werk“  bezahlen müssen, nämlich die steuerzahlenden Bürger,  wurden zuvor allerdings des Saales verwiesen, da dieser Sitzungsteil nicht öffentlich war.

Zugegeben, der Kaufpreis von rund 1 Mio. Euro wirkt auf den ersten Blick vergleichsweise gering, auch wenn man das mit den weiteren Grundstücksausgaben von stolzen  10,5 Mio. Euro vergleicht, die die Stadt dem Hochtaunuskreis  für weitere Grundstücksentlastungen großzügig überweisen wird.

Fakt ist aber, dass die Wohnungen Im Lech starken Sanierungsbedarf aufweisen. Ob die veranschlagten 600.000 Euro Renovierungsinvestitionen ausreichen ist fraglich – die Erfahrung zeigt, es wird in der Regel teurer.   Kosten für Verwaltung etc. sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Zudem sollte man die immensen energetischen Sanierungskosten im Blick haben, die durch das erklärte (irrige) Ziel der Bundesregierung, nämlich den Immobilienbestand klimaneutral zu entwickeln, zusätzlich entstehen werden.

So werden zukünftige Haushalte der Stadt Bad Homburg, und damit die Bad Homburger Bürger,  weiter belastet werden. Hohe Kosten, um einer sehr geringen Zahl an Bürgern  vermeintlich günstigen Wohnraum zu erhalten.  Eine Refinanzierung über Mieten wird es nämlich nicht geben.

Angesichts der Vermietungsrisiken, die die Stadt hier eingeht – von Mietausfall bis zu teuren Räumungsverfahren – ist die Frage, warum die Stadt sich als Großvermieter etablieren will.

Wie es im öffentlichen Wohnungsbestand aussieht, kann man nicht nur in den Kreisliegenschaften sehen – private Vermieter würden sich wohl schämen, so etwas anzubieten.

Das es sich, wie Herr Johnert von der BLB sagte, um Schrottimmobilien handelt, weist auch Herr Hof von der FDP nicht von der Hand, die FDP stimmte aber mit Blick auf mögliche künftige Wertentwicklung des Grundstückes ebenfalls dem Kauf zu.

Das nennt man an anderer Stelle Spekulation – etwas, was die AfD-Fraktion nicht mittragen kann. Das ist nach Ansicht der AfD nicht Aufgabe einer Stadt.

Vielmehr sollte die Stadt zügig das machen, was die Aufgabe einer Stadt ist, nämlich die Rahmenbedingungen für Wohnungsneubau schaffen, statt dem Kreis unrentable Abbruchimmobilien  abzunehmen.

Leider will man Investoren in Bad Homburg in Zukunft gerade beim Neubau weitere Hürden in den Weg legen – nämlich weitere Zugeständnisse zu den Beteiligungen an Infrastrukturkosten aufzwingen.

Die gestrige Stadtverordnetensitzung, so Peter Münch, Fraktionschef der AfD, zeigt einmal mehr, „dass die Stadt wenig unternimmt, um dem Problem auf dem Wohnungsmarkt sachgerecht zu begegnen. An populistischer Rhetorik mangelt es den Altparteien hingegen nicht“.

Peter Münch, Fraktionsvorsitzender der AfD im Stadtparlament Bad Homburg

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